Vom Jäger und Sammler zum Bauern

Rezension:

2189 - Gronenborn_Vom J+ñger und Sammler zum Bauern - AiD

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Heute möchte ich Ihnen ein Werk aus dem archäologischen Bereich vorstellen. Mit einigen der Autoren habe ich in den 80er Jahren an der Johann-Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main studiert, andere kenne ich noch von Fachkongressen und Ausgrabungen. Was wir damals wissenschaftlich untersucht haben, ist heute im Buch festgehalten und somit für alle nachvollziehbar:

Thomas Terberger, Detlef Gronenborn:  Die Neolithische Revolution
Quelle:  Theiss Verlag, Darmstadt
Erscheinungsdatum:  Jahrgang 1/ 2014
Preis:  14,95 €
Seitenzahl:  112 Seiten, ca. 100 Farbfotos

Vom Jäger und Sammler zum Bauern ist ein gemeinsames Werk von Wissenschaftlern, die allesamt das Thema der neolithischen Revolution erforschen und gemeinsam im Sonderheft 05/2014 der Archäologie in Deutschland Einblicke in die Zeit geben, als Jäger und Sammler zu sesshaften Ackerbauern und Viehzüchtern wurden. Mit dem Beginn der Landwirtschaft erlebte die Geschichte der Menschheit einen Quantensprung: Sesshaftigkeit und regelmäßige Ernten zogen ein Bevölkerungswachstum nach sich und es kam zu komplexeren gesellschaftlichen Strukturen. Allerdings verlief dieser Übergang nicht so abrupt wie immer wieder dargestellt. Vielmehr vollzog sich jener vielschichtige Prozess in Mitteleuropa über viele Jahrhunderte zwischen ca. 6500 und 3500 v. Chr. Dieser Meilenstein in der Zivilisationsgeschichte wird in dem reich bebilderten Band mit Fokus auf dem deutschsprachigen Raum anschaulich erläutert. Renommierte Fachleute präsentieren die neuesten Forschungsergebnisse anhand von aussagekräftigen und spannenden Beispielen.
Besonders interessant finde ich das Kapitel „Von Hirsch und Hasel zu Kuh und Korn“ von Angela Kreuz, denn die studierte Archäobotanikerin (für die ich in Studienzeiten Makroreste bandkeramischer Siedlungen am Binokular ausgelesen habe) versteht es sehr gut, statistische Ergebnisse anschaulich in Szene zu setzen und verständlich zu machen. Sie schreibt über die Ernährungskultur im Wandel der Zeit. Erbse, Linse, Lein, Einkorn, Emmer, Rind, Schaf/Ziege und Schwein waren die ersten kultivierten und domestizierten Lebensmittel, die seit der neolithischen Revolution in die Kochtöpfe wanderten. Durch Ausgrabungen weiß man auch wie gekocht wurde und wie das Küchengerät und Geschirr damals aussah.
Thomas Terberger ist apl. Professor für Vor- und Frühgeschichte an der Universität Greifswald. Detlef Gronenborn forscht am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz und ist apl. Professor für Vor- und Frühgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Mitwirkende Autoren und Autorinnen sind: Valeska Becker, Thomas Doppler, Renate Ebersbach, Detlef Gronenborn, Angela Kreuz, Johannes Müller, Wolfram Schier, Hans-Christoph Strien, Eva Rosenstock, Thomas Terberger.
Fazit: Ein Muss für jeden, der die Entwicklung unserer Menschheit begreifen will. Das Sonderheft bietet hierfür einen nützlichen Überblick. Teils wird sehr speziell auf einzelne Themen eingegangen, trotzdem ist das Heft auch wissbegierigen Laien zu empfehlen.

Eine Rezension von Petra Pettmann M.A., http://www.pettmann.de
Copyright Foto: WBG, http://www.theiss.de

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