Die Frankfurter Bierbrauer-Dynastie Pettmann

Die „Gasthofphobie“ Johann Wolfgang Goethes kommt nicht nur von seiner Großmutter väterlicherseits – also von Cornelia Göthé, geborene Walther, sondern auch ganz allgemein von Seiten der Frankfurter Bierbrauer-Dynastie Pettmann, mit der die Goethes verschwägert waren.

Die Eltern von Johann Wolfgang Goethes Großmutter väterlicherseits Cornelia Göthé, geborene Walther sind Georg Walther und Anna Margaretha Streng (Goethes Urgroßelternpaar 10/11). Ebenso ist dies das Urgroßelternpaar meiner Familie Pettmann.

Die Linie Pettmann verzeichnet

16 Bierbrauermeister,

8 Bierbrauer und

3 Gasthalter/Bierschenke in Frankfurt am Main.

Die Schwester von Cornelia Göthé, geborene Walther ist Anna Sybilla Pettmann, geborene Walther.

Diese hat Andreas Pettmann den Älteren geheiratet.

Deren Stammbaum bachte 1.173 Nachkommen hervor. Diese Linie stellt den größten Personenumfang aus Goethes Nachkommenschaft von Ahn 10/11 Georg Walther, 1638-1704, Schneidermeister in Ffm und Anna Margaretha Streng (1638-1709) dar.

In Frankfurt am Main hatte der Pettmann-Clan zudem mehrere Mühlen in Besitz. Wie praktisch, denn auch zum Bier brauen brauchte man Getreide.

Im Affensteiner Feld, westlich der Eschersheimer Landstraße, hatte schon im Jahre 1710 der Bierbrauer Pettmann einen Glauburgischen Hof gekauft, der am Ende des Jahrhunderts in den Besitz von Bethmann-Metzler überging. Im Jahre 1790 hieß der Hof „Bethmanns Gut“.

Wie viele Bürger vor den Toren der Stadt ein Ackerstück oder einen Garten besaßen, so hatte auch Rat Goethe dort einen Garten und zwei Baumstücke. Der Garten lag vor dem Friedberger Tor.

In direkter Nachbarschaft des Glauburgischen Hofes von Bierbrauer Pettmann lag das Baumstück der Familie Goethe im „Affenstein“. Das Baumstück, 13 Morgen groß, lag an der Stelle des heutigen Verwaltungsgebäudes der I. G. Farben. Der junge Johann Wolfgang Goethe hat gern in diesen Gärten geweilt. Er hat Ostereier im Garten gesucht, wie die Mutter später erzählte. In „Dichtung und Wahrheit“ schreibt er: „Wir lernten nun auch mit den Gartengeschäften umgehen, die, weil sie sich jährlich wiederholten, uns endlich ganz bekannt und geläufig wurden . . .„ Der frühen Gartenarbeit verdankte Goethe in seinem späteren Schaffen viel. Er spricht viel von dem erziehenden Einfluß der Natur und fordert in der „Pädagogischen Provinz“ des „Wilhelm Meister“, daß zuerst die Landwirtschaft erlernt werden müsse.

Mehr über die Bierbrauer-Dynastie demnächst.

 

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