Johann Peter Eckermann (1792 – 1854)

Wenn man in einem Haus lebt, in dem Literaturgeschichte geschrieben wurde, dann muss man einfach darüber sprechen:

IMG_1879

Und erst Recht, wenn es um Goethes FAUST geht. Eine Geschichte, mit der auch die Familie Pettmann eng verwoben ist. Denn kein anderer als Goethes Cousin Philipp Bernhard Pettmann hat das von „Gretchen“ (Susanna Brandt) getötete Kind als Arzt und Physicus der Stadt Frankfurt am Main seziert.  Denn Philipp Bernhard Pettmann war in den Jahren 1755 bis 1767 Vorsteher des Gesundheitswesens der Stadt Frankfurt am Main. Dr. Pettmann hatte sich auch an der Universität Straßburg, wo er wie sein Cousin Johann Wolfgang Goethe studierte – in der Geburtshilfe besonders ausgebildet. Er behandelte auch die Familie Goethe als Leibarzt.

Es ist überliefert, dass das Kind zwei Stunden vor der Verhaftung „Gretes“ am 3. August um 14 Uhr von den Stadtphysici und Chirurgen Dr. Gladbach, Philipp Bernhard Pettmann, J. Grammann, Johann Georg Giese, Johann Christoph Berends, Johann Jakob Parrot, Johann Michael Gayser,Johann Lorenz Bucher und Carl Friedrich Meyer in der Gegenwart des Ratschreibers Dr. Claudy seziert wurde. Das heißt, als die Sektion zu Ende war, hatte man auch gleich die Mutter festgesetzt, weil diese den Fehler gemacht hatte, nach Frankfurt zurückzukehren, da sie sich unschuldig fühlte und kein Geld mehr hatte. Im Prinzip hatten diese Ärzte damit schon „Gretes“ Todesurteil gefällt und von da an ging alles recht zügig.

Aber nun zu Bleckede und Johann Peter Eckermann:

Hier in unserem derzeitigen Wohnsitz im Marschdeich 1 in Bleckede lebte im 19. Jahrhundert Christian Bertram. Dieser war damals Wasserbauingenieur in Bleckede. Er ist der Bruder von „Hannchen“ Bertram, der Verlobten Johann Peter Eckermanns und dessen späterer Frau.

Hannchen wohnte zeitweilig bei ihrem Bruder in Bleckede. Dort bekam sie dann auch Besuch von Johann Peter Eckermann. Überliefert ist nur das Datum während dem Johann Peter Eckermann gemeinsam mit Schwager in Spé Christian Bertram Studien zum Deichbau durchführte, die später in Johann Wolfgang Goethes FAUST II ihren Niederschlag fanden. Denn Goethe hatte Eckermann den Auftrag gegeben, ihm Hintergrundinformationen zum Ereignis zu liefern.

Hier also, in altehrwürdigen Gemäuern aus Backstein und Holz ist EAT HISTORY und mein Pressebüro angesiedelt. Hier wird geschrieben und philosophiert, hier wird geforscht und gelebt. Goethe hätte seine Freude daran. Und Eckermann sicher auch.

Höchst genüsslich ist es, in Johann Peter Eckermanns Buch „Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“ zu lesen. Es ist eines meiner Lieblingsbücher. Aber lesen Sie selbst:

Leseprobe aus Johann Peter Eckermann Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens

Wer im Besitz eines I-Pads oder dergleichen ist, kann bei iBooks die vollständige Ausgabe von Johann Peter Eckermanns „Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens kostenfrei downloaden. Alle 2387 Seiten sind absolut lesenswert!

Die handschriftlichen Manuskripte der Deichdefensionen, die Christian Bertram mit Johann Peter Eckermann erstellt hat, sind heute noch erhalten:

Christian Bertrams „Deichdefensionen“

 

 

Advertisements