Gesunder Garten durch Mischkultur

REZENSION

Titel_Franck_Mischkultur_cmyk_Presse

Coverbild: oekom verlag

Eine Rezension von Petra Pettmann M.A.

Das Buch „Gesunder Garten durch Mischkultur – Gemüse, Blumen, Kräuter, Obst“ von Brunhilde Bross-Burkhardt greift das Wissen der Pionierin des biologischen Gartenbaus auf. Gertrud Franck (* 25.9.1905; gest. 18.4.1996) entwickelte in den 1940er Jahren ein eigenes Mischkultursystem: die Reihenmischkultur mit integrierter Fruchtfolge, Gründüngungssaaten und Flächenkompostierung. Auf dem eigenen landwirtschaftlichen Saatzuchtbetrieb auf der Oberlimpurg bei Schwäbisch Hall bewirtschaftete sie zusammen mit den Angestellten des Betriebes und Lehrlingen in der Hauswirtschaft einen etwa ein Hektar großen Gemüse- und Obstgarten.

Dieses Mischkultursystem wird nun von Brunhilde Bross-Burkhardt nach Gertrud Francks Anleitung für heutige Gärtner und Gärtnerinnen aufbereitet, wobei die Herausgeberin sich eng an das Original hält und nur zum besseren Verständnis inhaltlich eingreift.

Die Mischkulturversuche mit Wiederholungen wurden in der damaligen Zeit auch von anderen Landwirten praktiziert, jedoch nicht mit dieser fast wissenschaftlichen Beobachtungsgabe. In der Nachkriegszeit ging es vor allem darum gesundes Gemüse zur Eigenversorgung so anzubauen, dass der Boden nicht auslaugt und immer wieder Obst und Gemüse auf der gleichen Fläche geerntet werden konnte. Es war die Zeit vor dem Einsatz von Pestiziden und Kunstdüngern, in denen die Landwirte ihr in Jahrtausenden von Jahren erlerntes und von Generation zu Generation weitergegebenes Wissen anwendeten. Ganz ohne an „Nachhaltigkeit“ und „Bio“ zu denken. Denn damals bestellten noch alle Landwirte ihre Äcker nachhaltig und wertschätzten die Natur. Jedenfalls kann ich mich selbst noch gut daran erinnern, dass mein Großvater auf unseren Ländereien die Reihenmischkultur mit integrierter Fruchtfolge ganz selbstverständlich anwandte und jedes Unkraut noch mit einer Hacke händisch ausgerupft wurde. Gertrud Franck jedoch wusste ihr Wissen in Bild und Schrift festzuhalten und auch in Vorträgen und bei Gartenführungen weiter zu geben.

Jedenfalls hat die Bioszene das Wissen von Gertrud Franck für sich entdeckt und Brunhilde Bross-Burkhardt startet mit der ergänzten Neuauflage des bereits 1980 erschienenen Buches von Gertrud Franck im Februar 2019 den Versuch verantwortungsvolles Handeln und grundlegendes Wissen wieder in die Köpfe von Hobbygärtnern und Profigemüseanbauern zu pflanzen. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen.

Die Neuauflage basiert auf der 8. Auflage von 1991 und beschreibt ein geschlossenes Mischkultursystem, welches sich nahezu aus sich selbst heraus erhält. Dabei erklärt sie welche Pflanze mit welcher Pflanze harmoniert hinsichtlich Platzbedarf, Zeitanspruch und Räumen des Platzes, damit andere Kulturen nachfolgen können und sich die Pflanzen gegenseitig schützen. Nichts geht verloren im Jahresverlauf und alles wird dem Kreislauf wieder zugeführt. Unkräuter sind keine Unkräuter, sondern nützlich und zeigen an auf welchem Boden man gärtnert. In alten Bauerngärten, die es leider kaum noch gibt, ist noch gut zu erkennen, worauf es ankommt. Der Gemüseteil bildet die Hauptsache, die Ränder sind mit Blumen bepflanzt. Staudenrabatte umschließen den Garten, Beeren und Schmucksträucher stehen am Zaun. Gertrud Franck macht deutlich, dass Schädlinge und Pflanzenkrankheiten Kulturfehler anzeigen und ein in Mischkultur angelegter Garten mit seinen Pflanzen- und Tieren, Mikroflora und Mikrofauna selbst für den nötigen Ausgleich sorgen kann. Ganz ohne Chemie.

Wer wieder einen richtigen Nutzgarten anlegen möchte und dabei Wert auf biologisches Gärtnern legt, für den ist das Buch „Gesunder Garten durch Mischkultur“ ein wertvoller Begleiter. Allerdings muss man das Buch am Stück lesen, denn es ist nicht wirklich leserfreundlich aufbereitet. Zwischen den Zeilen kommen immer wieder Weisheiten ganz unscheinbar daher, die man bei oberflächlichem Lesen leicht übersieht. Sehr nützlich sind die Abbildungen eines Mischkulturengartenplanes anhand derer man die richtigen Abstände und Kombinationen nachvollziehen kann.

Fazit: Ein absolut nützliches Buch. Für alle, die einen Mischkulturengarten anlegen möchten von unschätzbarem Wert.

Autoren: Gertrud Franck, Brunhilde Bross-Burkhardt

Erschienen: Februar 2019

Seitenzahl: 176 Seiten

Verlag: oekom Verlag

Preis: 24,00 €

ISBN: 978-3-96238-101-1

Erhältlich als: Buch, e-Book

Leseprobe

 

Dies ist eine Rezension von Petra Pettmann M.A.

PDF-Download: 2-2019_Rezension_pet

Archäologin, Anthropologin & Journalistin DJV, März 2019

Werbeanzeigen

Aufruf zur Sammlung traditioneller Familienrezepte aus Oma’s Zeiten

Liebe Leserinnen und Leser meines „EAT HISTORY-BLOGS“,

ich lade euch ganz herzlich dazu ein mit mir gemeinsam eine Sammlung traditioneller Familienrezepte zu erstellen. Jeder kann mitmachen. Einfach euer Lieblingsrezept an info@eat-history.de einsenden, welches die Oma oder der Opa euch früher gekocht oder gebacken hat und folgende Angaben schicken:

Rubrik:
Herkunft des Rezepts (Region, Ort):
Überlieferung:
Zutaten:
Zubereitung:
Ihre / Eure Geschichte zum Rezept:
Name des Einsenders / der Einsenderin:

Falls Fotos bereits vorhanden sind, gerne zur kostenfreien Veröffentlichung mitschicken.

Nach und nach kann so eine Sammlung traditioneller Familienrezepte aus Omas Zeiten entstehen.

traditionnelle familienrezepte_pet

Sie stimmen der kostenfreien Veröffentlichung Ihrer Rezepte durch Zusendung ausdrücklich zu. Danke für’s Mitmachen!

Buchrezension: Die Pracht römischer Mosaiken

REZENSION

Die Villa Romana del Casale auf Sizilien

„Farbenprächtige Mosaiken einer antiken römischen Villa, die in engem Kontakt mit dem afrikanischen Kontinent stand.“

  • Buch
  • Hardcover mit Schutzumschlag
  • 1014974
  • 978-3-8053-4880-5
  • 26.04.2018
  • wbg Philipp von Zabern
  • 208
  • 162 Illustrationen, farbig
  • Deutsch
  • Preis 49,95 €

 

ARTK_C3D_1014974_0001

Leseprobe

Eine Rezension, aber auch ein kritischer Beitrag von Archäologin Petra Pettmann M.A.

Das Buch „Die Pracht römischer Mosaiken“ von Umberto Pappalardo und Rosaria Ciardiello, erschienen im Phillipp von Zabern Verlag im April 2018 (Preis: 49,95 €), zeigt die prächtigen Mosaiken der Villa Romana del Casale auf Sizilien auf 208 Seiten mit 162 farbigen Illustrationen. Dazu gibt es einen kunstgeschichtlich beschreibenden Text der Autoren mit vorsichtiger Interpretation und möglichen zeitlichen Zuordnungen, wobei Umberto Pappalardo und Rosaria Ciardiello aufgrund fehlender schriftlicher antikrömischer Hinterlassenschaften bis zur letzten Seite des Buches offenlassen, von wem die Villa erbaut, wozu sie genutzt, und welches Leben sich in ihr abgespielt haben mag.

Die Autoren sind Prof. Umberto Pappalardo, Professor für Klassische und Pompejanische Archäologie an der Universität Suor Orsola Benincasa in Neapel sowie Prof. Rosaria Ciardiello, die für die Soprintendenze per i Beni Archeologici di Napoli e di Pompei arbeitet und Lehraufträge an der Università degli Studi Suor Orsola Benincasa in Neapel als auch an der Universität in Tokyo wahrnimmt. Zahlreiche internationale Ausstellungen wurden von ihr konzipiert. Zusammen mit Umberto Pappalardo veröffentlichte sie auch das Buch „Griechische und römische Mosaiken“.

Die Autoren gehen von verschiedenen Möglichkeiten aus und treffen damit – das ist meine Meinung – doch nicht die wahre Bestimmung des Ortes und seiner damaligen Bewohner, bzw. der zeitweiligen jugendlichen Nutzer. Den Blick nur auf das antike Rom und Griechenland gerichtet, vergessen sie, dass es zuvor bereits Hochkulturen in Vorderasien und Afrika gab, deren Bildsprache sich eindeutig in den Mosaiken der Villa Romana del Casale auf Sizilien wiederspiegeln. Die daraus resultierenden Fehlinterpretationen sind irreführend. Es bleibt für kommende Archäologen-Generationen also noch genug zu tun. Interdisziplinäre, fächerübergreifende Studien sind angebracht.

HR5402-M2

Foto: Philipp von Zabern / Raum der „Bikinimädchen“ (44) gesamtes Mosaik (Seite 175)

Bereits im 19. Jahrhundert entdeckten Archäologen die Reste der römischen Villa bei Piazza Armerina, doch erst im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde deren Bedeutung so richtig klar. Die Mosaiken der Villa Casale stellen heute noch das reichhaltigste und besterhaltene Ensemble römischer Mosaikkunst dar. Heute ist die Villa Casale UNESCO-Weltkulturerbe und unbedingt eine Reise wert. Wohl jedem an römischer Geschichte interessiertem Leser mögen die „Bikinimädchen“, die „Große Jagd“ oder die „Fischenden Eroten“ bekannt sein. Weitaus aussagekräftiger sind jedoch Mosaike, die Aufschluss über den Zweck des römischen Prachtbaus auf Sizilien geben. Auf solche möchte ich hier eingehen.

Layout 1

Foto/Plan: Philipp von Zabern

PDF: Grundriss_Villa Romana del Casale auf Sizilien_Quelle_archivio dell’arte_pedicini fotografi

Betrachtet man den Grundriss der Villa Casale, so fällt mir als studierter Archäologin sofort auf, dass es sich nicht um eine typische Palastanlage, nicht um eine Villa rustica und auch nicht um ein gewöhnliches Badehaus oder dergleichen handelt. Vielmehr – das ist meine Interpretation der Dinge – könnte es sich um eine hotelartige „Schule & Wettkampfstätte für höhere Töchter und Söhne“ der römischen Oberschicht handeln, in der diese auf ihr Leben und die Sitten im Palast vorbereitet wurden. Der Grundriss der Villa spricht jedenfalls dafür.  Ebenso die zahlreichen Abbildungen von Jünglingen und Mädchen, die nicht wie Sklaven gekleidet sind und deren Gesichtsausdruck zeigt, dass sie zur herrschenden Schicht zählen.

Daher verwundern mich die Beschreibungen im Buch doch oft sehr.

Wettkampf, Sport, Technik, Jagd, Handel und Benimm in der römischen Gesellschaft sind Themen der Mosaike.

Die immer wiederkehrende Aufteilung in die Gruppen der Grünen, Roten, Weißen und Blauen zeigt, dass hier verschiedene Parteien gegeneinander mit sportlichem Ehrgeiz ankämpften. Vermutlich ähnlich der durch diese Farb-Quadriga gekennzeichneten Rennställe im Circus Maximus, wobei sich die Farben an die Jahreszeiten anlehnen. Grün (prasini / Prasinus) symbolisiert den Frühling und die Erde. Rot (factio russata) symbolisiert den Sommer und das Feuer. Blau (veneti) steht für den Herbst und das Meer. Weiß (albati) steht für Winter und die Luft.

Schon Nero und Caligula liebten diese Wettkämpfe und ergriffen Partei für ihre „Grünen“, den Quellen zufolge gab es aber auch in der Familienchronik Anhänger der „Blauen“. Wie schon Petronius berichtet, kleideten sich viele Bürger in den Farben ihrer Favoriten. Die Rennpartei der Blauen im Circus trug ihren eigenen Namen: venetus.

Auch fast alle Mosaiken der Villa Casale mit nordafrikanischem Kontext bilden Eroten ab, die ein „V“ auf der Stirn tragen.

So trägt auch der knabenhafte Wagenlenker der „Grünen“ in Raum 40 (Detail aus dem „Kleinen Circus“), siehe Abbildung Seite 50 unten, ein „V“ auf der Stirn. Die Wagen ziehenden Vögel tragen die Farbe weiß (Gans), rot (Flamingo), blau (Pfau) und grün (Taube), wie bei einem Wagenrennen für Erwachsene.

HR5397-M2

Foto: Philipp von Zabern / Raum 40, gesamtes Mosaik des „Kleinen Circus“ (Seite 168 -169)

Es liegt nahe, dass solche athletischen Wettkämpfe mit diversen Disziplinen auch vor Ort trainiert und durchgeführt wurden. Szenen mit Preisverleihungen lassen vermuten, dass es sich um weibliche Agone und junge Aristokraten handelt (siehe auch Seite 177 im Buch). Ein Ausbildungslager – auch für versklavte Töchter und Söhne eroberter Staaten oder Vasallenstaaten, wie etwa Mauretanien zu römischer Zeit – wäre ebenso denkbar. Diese Region im Nordwesten Afrikas umfasste den Norden des heutigen Marokko sowie einen nördlichen Teil des modernen Staates Algerien sowie die regenreichen für den Ackerbau geeigneten Regionen des nordwestlichen Magreb. Seit dem 1. Jahrhundert war dieses Land in zwei Provinzen aufgeteilt und Teil des Römischen Reiches.

Es ist überliefert, dass Wagenlenker (aurigae) bereits von Kindesbeinen an für diesen Sport trainierten. Wo taten sie dies. Gab es Ausbildungsstätten für einzelne Disziplinen und Sportarten? In der Palaestra der Villa befindet sich ein Mosaik (Seite 70, 71) mit Darstellung des Circus Maximus mit Quadrigen oberhalb und unterhalb der spina. Wettkämpfe spielen eine übergeordnete Rolle.

Eine der Interpretationen der Autoren, es könne sich um die Villa des C. Caeionius Rufius Volusianus, praefectus urbi und consul unter Maxentius und Konstantin (306-337) und Sohn des M. Caeionius Rufus Albinus, gen. Philosophus (335) handeln, der aus Afrika stammt und somit beste Handelsbeziehungen zur Beschaffung wilder Tiere für Kämpfe im Amphitheater oder auch für die Züchtung in privaten Wildtiergehegen hatte, scheint mir persönlich naheliegend. Ein Wellness-Resort mit Knigge-Schulungen und sportlichen Wettkämpfen, Handelsschule, Jagd- und Kriegskunst würde in heutiger Zeit vielleicht ähnlich aussehen.

Es wundert nicht, dass die Mosaiken der prächtigen Villa Casale auf Sizilien vielfältige Handelsbeziehungen zum nahe gelegenen afrikanischen Kontinent und dem vorderasiatischen Raum bieten. Das römische Imperium war mächtig und gut vernetzt. Importe von exotischen Tieren und Sklaven aus fernen Ländern  wie etwa des Vasallenstaates Mauretanien gehörten zum „Savoir vivre“ der römischen Oberschicht. Die farbenprächtigen Mosaiken der Villa Casale zeigen naturgetreue Abbildungen von Löwen, Giraffen, Elefanten und anderen afrikanischen Wildtieren und sind eng verknüpft mit Mythologischen Darstellungen der antiken Welt, die bei den Römern in jeder Lebenslage eine Rolle spielte.

Das Mosaik „die kleine Jagd“ beschreibt eine Jagdszene samt Opferbringung an Diana, die römische Göttin der Jagd. Mit typischen Attributen wie Pfeil und Bogen samt Köcher steht diese auf einem Altar, an dem die Jagdgesellschaft die Göttin mit einem Räucherwerk aus Weihrauch und Kohlebecken für eine erfolgreiche Jagd gnädig stimmen wollte.

Kleine Jagd_300dpi

Foto: Philipp von Zabern / Raum 28, Ausschnitt der „Kleinen Jagd“ (Seite 119 – gesamtes Mosaik)

Foto: Philipp von Zabern / Korridor der Großen Jagd (Raum 31), Ausschnitt der „Großen Jagd“ (Seite 51 oben)

Vorderasiatische Züge zeigt das Mosaik mit geflügeltem Genius – einem Mischwesen aus Greif und Löwe, mit dem Kopf eines Adlers und dem Körper eines Löwen mit Flügeln (Raum 31, Ausschnitt Greif). Dieser wurde in der griechischen und römischen Kunst als vollentwickelte Kunstform aus dem Orient übernommen. Älteste Zeugnisse stammen bereits aus dem 4. Jahrtausend aus dem syrischen Raum. In der griechischen Mythologie ist der Greif der Hüter des heiligen Feuers und des Lebensbaumes. In der babylonisch-assyrischen Mythologie findet man Darstellungen geflügelter guter Genien, die den König beschützen, auch Jagdszenen und Kriegsdarstellungen sind darunter. So handelt es sich bei der Abbildung Mosaik „Korridor der Großen Jagd (31)“ nicht wie die Autoren fälschlicherweise annehmen um die „Gefangennahme eines Greifen mithilfe eines in einer Kiste eingeschlossenen menschlichen Köders, wie in der Bildunterschrift auf Seite 50 im Buch zu lesen ist, sondern vielmehr um einen Greifen, der eine bedeutende Person, die in der wertvoll beschlagenen Kiste an der Jagd teilnimmt, beschützt.

Die typische Jagdszene mit Löwen und Tigern spricht ebenfalls für meine Interpretation des Mosaikes. Der Ansitz dient der Person als Schutz und Beobachtungsmöglichkeit für seine Jagd. Es ist anzunehmen, dass hier der Jäger in einem geschützten Ansitz ist, von dem aus er sich auf seine Beute konzentriert und diese erlegt. Landschaft, Felsen und Bäume sind nicht maßstabsgerecht. Auch der Ansitzkäfig wird nur symbolisch dargestellt. Der Greif ist größer dargestellt, da er die mythologische Hauptfigur ist. Der Blick des Jägers ist direkt nach vorne auf seine Beute gerichtet.

HR5363
Foto: Philipp von Zabern / Korridor der Großen Jagd (Raum 31), Ausschnitt der „Großen Jagd“ (Seite 51 oben)

Diese und andere Falschinterpretationen der Autoren des Buches haben mich dazu veranlasst, jeden Satz genauer zu hinterfragen und eigenes Fachwissen – auch der vorderasiatischen Archäologie – mit in diese Rezension, aus der nun fast ein eigener Beitrag wird, einfließen zu lassen. Ich hätte von den Autoren erwartet, dass diesen die Symbolik der Mosaike bewusst ist. Alle Attribute haben in der Antike eine Bedeutung. Reine Dekoration gibt es dabei praktisch nicht. Als Kunstgeschichtler lernt man zudem genau hinzuschauen. Von einer „Gefangennahme eines Greifen“ kann hier nicht die Rede sein.

Fazit: Das Buch ist allein aufgrund des Anschauungsmaterials der herrlichen Mosaiken eine Augenweide. Lassen Sie diese Mosaiken auf sich wirken. Sie eröffnen dem Leser einen direkten Einblick in das Leben der Menschen der Villa Casale auf Sizilien.

Auf die sterilen und oft falschen Beschreibungen hätte ich persönlich allerdings verzichten können. Die beschreibenden Texte sind zaghafte kunstgeschichtliche Annäherungen und zeugen leider oft von der Unkenntnis der Autoren.

Das Rätsel, wer in der Villa wirklich lebte, und welchem Zweck sie diente, bleibt leider ungelöst.

Ein wunderbares Buch, welches dem Kenner der antiken römischen Geschichte als Handwerkszeug genügend Raum für eigene Interpretationen und Thesen lässt.

Dies ist eine Rezension von Petra Pettmann M.A.

Archäologin & Journalistin DJV, 9. August 2018

 

Hier können Sie die REZENSION als PDF herunterladen:

Rezension_Die Pracht römischer Mosaiken_Zabern Verlag_Petra Pettmann_09-08-2018

Ich danke der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft, Darmstadt / Verlag Philipp v. Zabern, für die Zurverfügungstellung der Abbildungen und des Planes.

PilzZeit

Jetzt im Oktober beginnt hier im Norden die PilzSaison.

Wir waren in einem bezaubernden Wald und haben fleißig gesammelt. IMG_1740

Und natürlich auch gleich etwas Leckeres gekocht 🙂

Breetzer Pfanne mit Maronen & Steinpilzen, selbst gemachten Semmelknödeln & Filets vom Heideschwein. Lecker!

IMG_1747

Herbstliche Dekoration aus dem Märchenwald gab es gleich gratis dazu:

20170917_121204

und erholsame Stunden im Wald.

IMG_1671

Fotos Copyright: Petra Pettmann

 

Archäologie entdecken

Heute möchte ich euch dazu einladen die Großsteingräber im Schieringer Forst mit uns gemeinsam zu entdecken.

Diese befinden sich zwischen Barskamp und Walmsburg versteckt in einem herrlichen Buchenwald. Die Elbe und das schöne Fachwerkstädtchen Bleckede sind nur wenige Fahrminuten entfernt.

Fotos: Petra Pettmann

In Norddeutschland wurden die ersten Bauern in der Elbtalaue vor rund 5000 Jahren seßhaft. Ihre Gräber befinden sich in sogenannten Megalithgräbern. Sechs davon können wir auf unserer Exkursion besuchen. Das größte ist rund 60 Meter lang. In einem imposanten Erdhügel von etwa vier Metern wird ein Großsteingrab vermutet. Dieses ist noch mit Erde bedeckt. Auch der einzige in Niedersachsen bekannte Urdolmen befindet sich hier.

Die Großsteingräber im Schieringer Forst sind Teil der diesjährigen Tagestourismuskampagne #einfachmalraus der Metropolregion Hamburg. Weitere Informationen gibt es unter www.metropolregion-hamburg.de

Bei Interesse bitte bei mir melden und einen Termin vereinbaren.

Kontakt: info (ad) eat-history.de