GenussLiteratur

Petras Buchtipp Nr. 7:   NEXT CHEF JONAS STRAUBE – CROSSOVER

Heute (3. Oktober 2017) möchte ich euch das Buch „Next Chef Jonas Straube Crossover“ vorstellen:

Next Chef Jonas Straube _ Crossover - 72dpi

Quelle: Teubner Edition

Erscheinungsdatum: September 2017
Preis:  19,90 €
Seitenzahl: 144 Seiten, ca. 50 Farbfotografien und vielen Schwarz-Weiß-Fotos

Jonas Straube, derzeit Sous-Chef im Störtebeker in der Elbphilharmonie in Hamburg, wurde mit 26 Jahren Gewinner des 1. Internorga Next-Chef-Award 2016, welcher von Johann Lafer ins Leben gerufen wurde und konnte so dieses Buch herausbringen. Damals war der aus dem Sauerland stammende Jungkoch Souschef im Coast by East in Hamburg.

Zuerst dachte ich, na ja, wieder mal so ein Kochbuch, was aus Marketinggründen aus der Taufe gehoben wird. In dem sich die Köchezunft von ihrer besten Seite präsentiert und Werbung für den Berufsstand macht.

Aber nein. So ist das mit dem Buch von Jonas Straube eben nicht. Der Leser wird mit auf eine Reise genommen, erfährt, an welchen Orten sich Jonas Straube seine Kochkünste erworben hat und wie er in Eigeninitiative auf eine sympathisch freche Art immer ein Stückchen höher geklettert ist. Schade, dass ich bei der Buchpräsentation in der Elbphilharmonie nicht persönlich dabei sein konnte. Ich hatte mir fest vorgenommen der Einladung der Hamburg Messe zu folgen und mich ordentlich für den Pressetermin angemeldet. Doch dann kam mal wieder wie so oft im Leben alles anders. Das Buch wurde mir dann eben zugeschickt. Sodass mein persönlicher Eindruck nun allein anhand des geschriebenen Worts und dem Eindruck, den die Rezepte auf mich machen, zustande kommt. Doch so geht es ja auch den ganz normalen Lesern.

Ein kleiner Vorteil bleibt: wir haben einige Rezepte bereits nachgekocht und sind vom Ergebnis begeistert. Besonders die Frühlingsrollen, raffiniert gewürzt und mit selbst gemachtem Mango-Papaya-Chutney serviert, verursachen eine Geschmacksexplosion im Mund des Genießers. Dank Crossover aus europäischer und asiatischer Küche versteht es Jonas Straube geschickt, Aromen zu mischen, immer hart an der Kante, wie er so schön betont. Ein Tick zu viel, und das Gericht kippt. Das ist die hohe Kunst des Kochens. Zu begreifen, warum was miteinander harmoniert. Diese Fähigkeit haben – das muss ich leider aus der Erfahrung als Foodjournalistin mit fast 20-jähriger Berufserfahrung feststellen – die wenigsten Köche. Eine Freude zu sehen, wie Jonas Straube diese Kunst – man meint fast spielerisch – gelingt. Graue Theorie liegt ihm nicht, dafür aber ist er dazu in der Lage Zutaten zu erschmecken, zu kombinieren und Neues zu integrieren.

So liegt uns also ein Kochbuch mit rund 50 bunten Rezeptfotos und ungekünstelten Schwarz-Weiß-Fotografien zur Person Jonas Straube vor, in dem auf 144 Seiten und sechs Kapiteln Rezepte aus den Lehrjahren im Sauerland, über die Haute Cuisine in St. Moritz, über Crossover Mediterran im Coast auf Mallorca, bis zu Jonas Straubes Lieblingsküche, der Crossover Euro-Asia Küche, mit der er sich im Coast in Hamburg so richtig austoben und seine eigene Richtung finden konnte, in den ersten vier Kapiteln sozusagen die „Entstehungsgeschichte“ vor.

Ob Frühlingsrollen mit Rindfleisch & Mango-Papaya-Chutney, Coiba mit Honig, Limette & Zitronengras, oder Jakobsmuschel-Pralinen mit Papaya, Ananas & Pak Choi, alleine beim Lesen läuft einem – wenn man sich die Zutaten in Kombination vorstellen kann – das Wasser im Mund zusammen.

Eigenwillig auch die Süßen Sachen, wie etwa ein Apfelcrumble mit Zimt, Vanille und Haferflocken, den Jonas Straube geradeheraus so kommentiert:

„Unglaublich wie lecker so ein Razfatz-Kuchen sein kann. Schmeckt unten viel saftiger und ist oben drauf wesentlich krosser als ein langweiliger, stinknormaler Apfelkuchen.“ Solche Ansichten lassen einen Schmunzeln und zeigen, dass mit Jonas Straube eine neue Generation von Köchen am Kochtopf steht, an die sich die oft spießigen Lehrmeister wie an das Internet der Dinge nun gewöhnen müssen.

Mit Kapitel fünf wechselt die Küche und damit auch die vorgestellten Rezepturen jedoch in eine Richtung, die völlig neu erscheint. Mit Crossover Craft-Cooking sind wir am momentanen Wirkungsplatz von Jonas Straube im Störtebekers in Hamburg angekommen. Hier arbeitet Jonas Straube seit kurzem als Souschef und bringt die Gastronomie der Elbphilharmonie auf Trab. So steht es jedenfalls geschrieben. Betrachtet man die Rezepturen, so erscheinen sie auf den ersten Blick angepasster und traditioneller Art. Und die Menschenmassen, die täglich in der „Elphie“ aufschlagen, wollen auch bekocht werden. Von „sehr einfach“ bis „richtig“ reizt das Speisenangebot Jonas Straube gefühlt nur bedingt. Und auch mit Kippbratpfannen & Co., die eher in Großküchen der Gemeinschaftsverpflegung anzutreffen sind, muss der Jungkoch erst mal zurechtkommen. Crossover auf nordisch geht für ihn mit Labskaus & Tuna Tataki. Hoffen wir, dass man ihn dort kreativ sein lässt, sonst wird er wie ein Schmetterling zur nächsten Blüte fliegen. Craft-Cooking mit Bier verspricht eine Spielwiese, die reizt.

So enthalten zwei der Rezepte auch Hanse Porter Bier und Starkbier von Störtebeker. Interessanter Weise nicht die Saucen zum Fleisch, sondern die Desserts „Hanse Porter C.B. mit Sahne, Karamell & Bier, und die Brownies mit Blaubeerbaiser & Starkbier.

Nun warten wir mal ab, ob Jonas Straube auch hier bald wieder vom Haus „entdeckt“ und gefördert wird. Jung, wild und frech, ist er kein Angepasster und auch kein Süßer, wie er selbst betont. Eher eigenwillig und öfters wohl auch mal gerade heraus. Gerade das macht den Jungkoch sympathisch.

Wie lange er dort bleibt, wissen die Sterne. Sicher nicht allzu lange, dann zieht es ihn wieder in die Welt, hin zu anderen Kochtöpfen und fremden Kulturen. Und vielleicht doch wieder zu seiner Euro-Asiatischen Lieblingsküche. Begleiten wir ihn auf seinem Weg.

Schade finde ich, dass der begnadete Jungkoch Jonas Straube auf der Seite www.stoertebeker-eph.com keine Erwähnung findet. Verdient hätte er es. Und so ein Buch nimmt sich doch so manch Gast gerne mit, wenn er das Störtebeker im neuen Wahrzeichen von Hamburg besucht hat.

Mein Fazit: Das Buch „Next Chef Jonas Straube Crossover“ macht jetzt schon neugierig auf das, was dieser begnadete Jungkoch in seinem Leben als Koch noch so alles erschaffen wird. Eines ist klar: er wird noch viele Stationen durchlaufen, immer auf der Suche nach „noch besser“ und „noch spannender“. Lasst euch überraschen und kommt mit auf die Entwicklungsreise!

Eine Rezension von Petra Pettmann M.A., Foodjournalistin, www.pettmann.de

Copyright Fotos: Teubner Edition / Peter Wagner, Projektleitung und Redaktion: Dr. Maria Haumaier

 

Buchtipp Nr. 6.:

Heute möchte ich Ihnen das Buch „ROM – Die besten Rezepte aus der ewigen Stadt“ vorstellen:

9783831030972

Autoren: Katie und Giancarlo Caldesi, London
Quelle: Dorling Kindersley

Erscheinungsdatum: Juni 2016
Preis: 24,95 €
Seitenzahl: 272 Seiten, 210 Farbfotos
Leseprobe

„Einfach köstlich!“

Das Buch „ROM Die besten Rezepte aus der ewigen Stadt“ muss man als echter ROM-Fan einfach besitzen.

Mit diesem Kochbuch geht es ausnahmsweise mal nicht in die Vergangenheit der römischen Kochkunst des Apicius, sondern in die weltoffene Metropole Italiens. Hinein in die ewige Stadt, in das pulsierende, fröhliche Leben Roms. Wobei einem als Kenner der historischen Küche Roms doch das eine oder andere Rezept über den Weg läuft, welches eine Jahrtausende alte Tradition hat.

Mit Einzug von Kartoffeln, Tomate, Kaffee & Co. , also Produkten, die zur Zeit der Antike noch gar nicht in der Alten Welt bekannt waren, hat sich der Speiseplan des heutigen Römers natürlich immens verändert. Eine wahre Revolution waren die Nudelgerichte, denen die Autoren Katie und Biancarlo Caldesi in ihrem Buch „Rom- Die besten Rezepte aus der ewigen Stadt“ ausgiebig gehuldigt haben. Die Speisen sind einfach und bodenständig und leicht nachzukochen. Wer Luxus und Dekadenz sucht, ist hier falsch. Das Buch ist eine Momentaufnahme und spiegelt die kulinarische Seele des heutigen Roms. Wie schon vor 2000 Jahren sind echte Römer weltoffen und vereinen typisch römische Zutaten mit dem was die Welt zu bieten hat.

Schön an dem Buch finde ich, dass die Autoren heutige Restaurantbesitzer und Köche nach ihren besten und typischsten Rezepten gefragt, und insgesamt über 100 köstliche Rezepte zusammengetragen haben. Dazu gibt es Anekdoten und Impressionen in Farbe und Schwarz-Weiß. Man wird von den Autoren hineingezogen ins Leben der engen Gassen Roms, riecht förmlich beim Anblick der Bilder die Düfte der ewigen Stadt.

Die Auswahl der Rezepte ist sehr gut getroffen. Sie zeigt auch den historischen Hintergrund auf. Die Aufmachung besonders der Bilder ist sehr ansprechend und zeigt in vielen Fällen auch die typische Lebensfreude der Römer wieder. Das Autorenehepaar selbst liebt die italienische Küche und betreibt in London das Caffé Caldesi und die Kochschule La Cucina Caldesi. Dazu das Restaurant Caldesi in Campagna in Bray.

Genaue Anleitungen, wie man etwa einen „Schweinerollbraten mit Rosmarin, Salbei und Knoblauch“ für 8 bis 10 Personen problemlos hinbekommt (S. 165 ff.) zeigt, wie nah die Autoren an den Akteuren sind, die ihre geheimsten Rezepte und Zubereitungsgeheimnisse im Buch freizügig offenbaren. Wahre Geschmacksexplosionen im Mund verspricht „Saltimbocca die Spigola“ – Wolfsbarsch mit Parmaschinken und Salbei (S 144). Wir haben es nachgekocht und waren begeistert.

Mein Fazit: Kaufen und nicht nur ins Bücherregal stellen, sondern eifrig nutzen. Und auf nach Rom – in die ewige Stadt!

Eine Rezension von Petra Pettmann M.A., Archäologin und Foodjournalistin, http://www.pettmann.de
Copyright Fotos: Dorling Kindersley

 

Buchtipp Nr. 5.:

Heute möchte ich Ihnen das Buch „Ducasse Nature – einfach, gesund und gut“ vorstellen:

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Alain Ducasse, Paule Neyrat: Ducasse Nature
Quelle: Hädecke

Erscheinungsdatum: April 2014
Preis: 29,90 €
Seitenzahl: 360 Seiten, 181 Farbfotos
Leseprobe
„Nachkochen macht Freude!“
Das Buch „Ducasse Nature – einfach, gesund und gut“ ist im April 2014 bei Hädecke erschienen. Es ist der erste Band einer neuen Reihe. Band Nr. 2 mit dem Titel „Ducasse Desserts“ folgt im März 2015.
Erfreulich an „Ducasse Nature“ ist die Einfachheit der Rezepte, die trotzdem mit einer Raffinesse daherkommen, anhand derer man die Handschrift des großen Meisters erkennen kann. Witzig gestaltet mit filigranen Zeichnungen entspannt sich auf 360 Seiten ein Dialog zwischen Ernährungswissenschaftlerin Paule Neyrat, die auf Inhaltsstoffe, Zubereitung und Gesundheit der Produkte hinweist und dem Koch Alain Ducasse, der Insider-Tipps zur Umsetzung gibt. Unterstützt von Christophe Saintagne, Küchenchef von Alain Ducasse, entstand so ein alltagstaugliches Werk, das zum Nachkochen inspiriert.
Beim Nachkochen einiger Gerichte wird schnell klar, wie bewusst und genial Alain Ducasse seine Zutaten wählt. Ist die Vorratskammer gut gefüllt mit Basics wie Geflügelbouillon, Mürbeteig und eingelegtem Knoblauch, kann das Kochvergnügen losgehen. Die Rezepturen sind einfach gehalten. Auch Ketchup, Pasten, Saucen und Dips sollen selbst hergestellt sein. Belegte Brote und kreative Zubereitungen mit Getreide, Kichererbsen- oder Buchweizenmehl zeigen, dass mehr möglich ist, als die Standardküche normalerweise hergibt. Low-Carb-Fans kommen auch auf ihre Kosten, denn Ducasse teilt exzellenten Mitspieler wie vollwertigem Getreide, Reis, Kartoffeln und Brot nur eine Nebenrolle auf dem Teller zu. Suppen wie „Maisschaumsuppe mit Morcheln und Popcorn“ sind keinesfalls gewöhnlich. Überhaupt widmet er den größten Teil der Rezepte vegetarischen Gerichten und Fleisch als auch Fisch spielen nicht die Hauptrolle auf dem Teller. Immer muss Gemüse und Frucht hinzu, und sei es als raffinierter Chicorée und Orangen-Kompott. Ein perfektes Zusammenspiel der Aromen, provenzalische Küche, Olivenöl und gute frische Produkte sind die Stars der Küche. Den Desserts gönnt Ducasse im ersten Band nur einen kleinen Auftritt. Dies wohl, da Band Nr. 2 zum Thema bald folgt.
Praktisch abwaschbar auch der Einband des Werks, dem fettige Finger und Küchendunst kaum zu Leibe rücken können. Eine herausnehmbare Einkaufsliste als Booklet zum Mitnehmen zeigt, dass die Autoren mitgedacht haben. Es erleichtert den Einkauf, hätte jedoch auch aus etwas haltbarerem Material gefertigt sein können. In der Einkaufstasche wird es sich vermutlich bald in Wohlgefallen auflösen. Auch das ist vielleicht gewollt und schärft den eigenen Verstand 😉

Mein Fazit: Unbedingt lesen und ausprobieren!!!
Eine Rezension von Petra Pettmann M.A., http://www.pettmann.de
Copyright Foto: Hädecke

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Buchtipp Nr. 4:

 
Heute möchte ich Ihnen ein ganz besonderes Kochbuch vorstellen: „Das PaläoPower Kochbuch“ von Evolutionsbiologin Dr. Sabine Paul:

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Copyright Foto: C.H.Beck

Quelle: C.H.Beck
Erschienen: 15. September 2014
Preis 16,95 €
Seitenzahl 272 Seiten / Leseprobe

Es geht um „Kochen wie in der Altsteinzeit“. Einer Zeit, als Milchprodukte und Getreide, wie wir es heute kennen, noch lange nicht zur täglichen Nahrung zählten und Süßes nur in Form von Honig bekannt war. Denn diese Produkte wurden erst mit der Sesshaftwerdung der Menschen vor rund 12.000 Jahren in den täglichen Speisenplan integriert. Vergleichbar mit der langen Zeit des Jäger- und Sammlertums einer verschwindend geringen Zeitspanne, in der sich unser menschlicher Körper nicht wirklich an die neuen Begebenheiten genetisch anpassen konnte.

Hier setzt Evolutionsbiologin Dr. Sabine Paul mit Ihrer Theorie an. Erschien 2013 das Buch „PaläoPower – das Wissen der Evolution nutzen für Ernährung, Gesundheit und Genuss“, folgt nun das PaläoPower Kochbuch:  Es ist kein Kochbuch im herkömmlichen Sinn mit viel Bild und wenig Text, bei dem es nur um Rezeptbeispiele geht. Nein, die Monographie erklärt auf leicht verständliche Weise, warum der menschliche Körper manche heute zu unserer täglichen Ernährung zählende Lebensmittel eigentlich gar nicht verträgt. Warum man diese besser weglassen sollte, und durch welche Zutaten sie zu ersetzen sind. Ein spannender Ansatz, finde ich, der wenn nicht zum Nachkochen, so doch zum Nachdenken über das was wir uns täglich als Lebensmittel zuführen, anregt.

Hintergrund ist die Tatsache, dass heute immer mehr Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit zu kämpfen haben und mit Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten, Aufmerksamkeitsdefizit oder Burnout. Solche „Zivilisationskrankheiten“ findet man gehäuft in den Industrienationen, aber so gut wie nie bei Menschen, die unter ursprünglichen Bedingungen leben. Sabine Paul erklärt, warum diese Probleme existieren und in den letzten Jahrzehnten so dramatisch zugenommen haben und zeigt Wege auf, wie man sie erfolgreich behandeln oder verhindern kann. Voraussetzung dafür ist, die komplexe Interaktion von Genen und Umwelt zu verstehen und wieder in die richtige Balance zu bringen. Der Vergleich des Steinzeitlebens mit dem modernen Alltag ist der Weg, um den natürlichen Bedürfnissen der Menschen auf die Spur zu kommen und den mehr als zwei Millionen Jahre alten Erfolgsprogrammen wieder Geltung zu verschaffen. Diese Kraft und Erfolgsfaktoren, die aus dem paläolithischen Leben stammen, nennt Sabine Paul „PaläoPower“. Es ist die Steinzeitkraft oder innere Urkraft, die jeder Mensch in sich trägt und neu entdecken kann.

Doch warum schmeckt uns die Steinzeitküche so besonders gut? Gilt das, was sich vor zwei Millionen Jahren bewährt hat wirklich noch heute? Dazu die Autorin: „Wir sind noch immer Jäger und Sammler – zumindest genetisch gesehen und in der Funktion von Gehirn, Stoffwechsel und Verdauungsorganen.“

Sabine Paul hat mehr als 120 Lieblingsrezepte für Alltag und Festtag zusammengestellt, die allesamt praxiserprobt, leicht nachzukochen, glutenfrei, milchfrei und vor allem lecker sind. Sie schildert in erzählenden Rückblenden, welche Köstlichkeiten sowohl auf dem Speiseplan unserer fitten Vorfahren als auch heutiger Jäger und Sammler zu finden sind. Menschen, die sich auf diese Weise ernähren, berichten von mehr Fitness, ausgezeichneter Konzentration, schönerem Hautbild, größerer Energie, der Besserung oder gar dem Verschwinden von Magen-Darm-Beschwerden, einem neuen Bewusstsein für wertvolle Nahrungsmittel und den Umgang mit Ressourcen – bis hin zu natürlicherer Bewegung, besserer Regeneration und erholsamerem Schlaf.

Sabine Paul, geboren 1968, ist promovierte Molekular- und Evolutionsbiologin mit langjähriger Erfahrung als Wissenschaftsautorin, Referentin und Trainerin zu den Themen Evolutionäre Medizin, Ernährung und Psychologie. Im Jahr 2009 gründete sie das PaläoPower-Institut.

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Dr. Sabine Paul präsentiert „Das PaläoPower Kochbuch“ im Garten des Forum H9

Mein Tipp: Probieren Sie die natürliche und ursprüngliche Art des Essens einfach einmal aus! Zum Beispiel im Rahmen unserer Kochbuch-Lesung mit Paläo-Workshop in der EAT HISTORY Genusswerkstatt & Vinothek, bei der die Evolutionsbiologin Sabine Paul ihr Buch persönlich vorstellt und Tipps zur Steinzeitküche gibt! Der Termin wird voraussichtlich am 6. Februar 2015 um 19 Uhr sein.

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Buchtipp Nr. 3: Thema Archäologie

2189 - Gronenborn_Vom J+ñger und Sammler zum Bauern - AiD

Link zum Verlag

Heute möchte ich Ihnen ein Werk aus dem archäologischen Bereich vorstellen. Mit einigen der Autoren habe ich in den 80er Jahren an der Johann-Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main studiert, andere kenne ich noch von Fachkongressen und Ausgrabungen. Was wir damals wissenschaftlich untersucht haben, ist heute im Buch festgehalten und somit für alle nachvollziehbar:

Thomas Terberger, Detlef Gronenborn:  Die Neolithische Revolution
Quelle:  Theiss Verlag, Darmstadt
Erscheinungsdatum:  Jahrgang 1/ 2014
Preis:  14,95 €
Seitenzahl:  112 Seiten, ca. 100 Farbfotos

Vom Jäger und Sammler zum Bauern ist ein gemeinsames Werk von Wissenschaftlern, die allesamt das Thema der neolithischen Revolution erforschen und gemeinsam im Sonderheft 05/2014 der Archäologie in Deutschland Einblicke in die Zeit geben, als Jäger und Sammler zu sesshaften Ackerbauern und Viehzüchtern wurden. Mit dem Beginn der Landwirtschaft erlebte die Geschichte der Menschheit einen Quantensprung: Sesshaftigkeit und regelmäßige Ernten zogen ein Bevölkerungswachstum nach sich und es kam zu komplexeren gesellschaftlichen Strukturen. Allerdings verlief dieser Übergang nicht so abrupt wie immer wieder dargestellt. Vielmehr vollzog sich jener vielschichtige Prozess in Mitteleuropa über viele Jahrhunderte zwischen ca. 6500 und 3500 v. Chr. Dieser Meilenstein in der Zivilisationsgeschichte wird in dem reich bebilderten Band mit Fokus auf dem deutschsprachigen Raum anschaulich erläutert. Renommierte Fachleute präsentieren die neuesten Forschungsergebnisse anhand von aussagekräftigen und spannenden Beispielen.
Besonders interessant finde ich das Kapitel „Von Hirsch und Hasel zu Kuh und Korn“ von Angela Kreuz, denn die studierte Archäobotanikerin (für die ich in Studienzeiten Makroreste bandkeramischer Siedlungen am Binokular ausgelesen habe) versteht es sehr gut, statistische Ergebnisse anschaulich in Szene zu setzen und verständlich zu machen. Sie schreibt über die Ernährungskultur im Wandel der Zeit. Erbse, Linse, Lein, Einkorn, Emmer, Rind, Schaf/Ziege und Schwein waren die ersten kultivierten und domestizierten Lebensmittel, die seit der neolithischen Revolution in die Kochtöpfe wanderten. Durch Ausgrabungen weiß man auch wie gekocht wurde und wie das Küchengerät und Geschirr damals aussah.
Thomas Terberger ist apl. Professor für Vor- und Frühgeschichte an der Universität Greifswald. Detlef Gronenborn forscht am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz und ist apl. Professor für Vor- und Frühgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Mitwirkende Autoren und Autorinnen sind: Valeska Becker, Thomas Doppler, Renate Ebersbach, Detlef Gronenborn, Angela Kreuz, Johannes Müller, Wolfram Schier, Hans-Christoph Strien, Eva Rosenstock, Thomas Terberger.
Fazit: Ein Muss für jeden, der die Entwicklung unserer Menschheit begreifen will. Das Sonderheft bietet hierfür einen nützlichen Überblick. Teils wird sehr speziell auf einzelne Themen eingegangen, trotzdem ist das Heft auch wissbegierigen Laien zu empfehlen.

Eine Rezension von Petra Pettmann M.A., http://www.pettmann.de
Copyright Foto: WBG, http://www.theiss.de

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Buchtipp Nr. 2:

So langsam wird es Herbst und der Winter steht vor der Tür. Zeit sich mit gemütlichen Aufgaben in der heimeligen Küche zu versammeln und gemeinsam zu backen. Zum Beispiel ein Knusperhaus aus Lebkuchen:

Ake Gunnarsson, Ylva Norman, Eva Grane

Knusper, knusper Häuschen

Quelle

Edel Books, Hamburg

Erscheinungsdatum

Oktober 2013

Preis

19,95 €

Seitenzahl

272 Seiten, 158 Farbfotos

EGrane Knusper Knusper Häuschen

Knusper, knusper Häuschenlädt Sie dazu ein, so richtig kreativ zu werden! Gemeinsam mit der Familie oder mit Freunden können Sie ein Lebkuchenhaus bauen. Mit ganz viel Zuckerguss, verträumt und süß. Das gemeinsame Werkeln sorgt für gemütliche, fröhliche Adventsstimmung und ist für viele von uns ein fester Programmpunkt in der Vorweihnachtszeit.

Das neue Back- und Bastelbuch „Knusper, knusper Häuschen. Die originellsten Lebkuchenhäuser backen und bauen“ zeigt Ihnen, wie man das macht. Hier finden passionierte Lebkuchenarchitekten und solche, die es noch werden wollen, eine Fülle an originellen Modellen, jedes mit Anleitung als Kopiervorlage in Originalgröße. Von „monumentalen“ Lebkuchenkonstruktionen wie dem Eiffelturm oder einer Ritterburg über eine essbare Villa Kunterbunt und ein Indianer-Tipi bis hin zur Hundehütte oder Kuckucksuhr – in diesem Buch findet garantiert jeder seine Lieblingsbehausung aus duftendem Lebkuchenteig. Zusammen mit weihnachtlichen Rezepten für Plätzchen und Punsch sowie vielen Spielideen ist „Knusper, knusper Häuschen“ eine Fundgrube an Vorschlägen und Anregungen für die Adventszeit. Probieren Sie es aus – und vielleicht entsteht ja auch Ihr ganz persönliches Knusperhäuschen aus Lebkuchen…

Eine Rezension von Petra Pettmann M.A., www.pettmann.de

Copyright Foto: Edel Books     

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Buchtipp Nr. 1:

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„INDIEN. Das Kochbuch“ von Pushpesh Pant ist ein wirklich außergewöhnliches Buch über die indische Küche. Auf 816 Seiten wird Indiens kulinarische Vielfalt anhand von 1000 Rezepten aus allen Regionen Indiens vorgestellt. Originell: Jedes Buch ist in einem Leinenbeutel mit Abbildung des Covers verpackt. Durch Verpackung, Covergestaltung, Papierauswahl und Art der Foodfotografie vermittelt dieses erstmals auf Deutsch übersetzte Standardwerk bereits beim Durchblättern das typische Lebensgefühl des indischen Subkontinents.

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Copyright Foto Pushpesh Pant: Indrajit

Buchautor Pushpesh Pant wurde 1946 im nordindischen Nainital geboren. Er ist Professor an der Jawaharlal Nehru University in Neu-Delhi und hat zahlreiche Bücher und Zeitungsartikel über Indiens Küche geschrieben. Für dieses Buch – die umfangreichste und vielfältigste Sammlung indischer Gerichte die jemals erschien – suchte er 20 Jahre lang authentische Familienrezepte im ganzen Land zusammen. Alle Rezepte wurden sorgfältig geprüft und nachgekocht. Das Buch wurde 2011 bei Gourmand Cookbook Awards zum besten Indien-Kochbuch der Welt gekürt. So stammt das Rezept für „Kokos-Garnelen-Pulao (S.650) beispielsweise aus Hyderabad, und der Ingwercurry (S. 322) ist typisch für Kerala – einer Küstenregion am indischen Ozean, die auch treffend als „Gods own country“ und „Heimat des Ayurveda“ vom Kerala Tourism Park View bezeichnet wird.

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Copyright Foto Kokos-Garnelen-Pulao und Ingwercurry: Andy Sewell

Auch kulturhistorisch betrachtet ist diese umfassende Rezeptesammlung aus Indien bedeutend, denn die weltweite Leidenschaft für indisches Essen geht geschichtlich bereits bis ins erste Jahrtausend vor Christus zurück. Später lockte der Reichtum an wohlriechendem Pfeffer, Nelken, Kardamom und Zimt arabische Händler in den Südwesten Indiens und auch Vasco da Gama zog es 1498 wegen des Gewürzhandels nach Indien. Im 17. Jahrhundert kamen die Engländer, so dass man auch zahlreiche Gerichte angloindischer Herkunft im ganzen Land finden kann. Eine spannende Reise durch Zeit und Raum, die vielfältigste kulinarische Fenster öffnet.

Pushpesh Pant:

INDIEN. Das Kochbuch

Quelle

Edel:Books, http://www.edel.com

Erscheinungsdatum

2012

Preis

39,95

Seitenzahl

816 Seiten, Hardcover mit Tasche

 Rezension Petra Pettmann M.A.
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2 Kommentare zu “GenussLiteratur

  1. Pingback: Kulturprogramm Forum H9 | EAT HISTORY

  2. Pingback: Experimentelle Archäologie: 28. September 2014 “Bandkeramisches Töpfern” | EAT HISTORY

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