4. September 2022, 10 Uhr: Auf Eckermanns Pfaden – ein philosophischer Spaziergang durch die Elbtalaue

Save the Date: Sonntag, 4. September 2022, 10 bis ca. 12 Uhr, Ort: Bleckede; Zielgruppe: geschichtsinteressierte Erwachsene; Start im Biosphaerium Elbtalaue im Bleckeder Schloss. Anmeldung vorab über den Veranstalter (Biosphaerium).

Direkt in die Natur geht es am Sonntag, den 4. September 2022 um 10.00 Uhr. Eckermann- & Goethe-Fans können im Rahmen meiner nächsten Entdeckertour auf Eckermanns Pfaden in Bleckede wandeln.

Johann Peter Eckermann (1792 – 1854), Schriftsteller aus Winsen, Goethes Freund und Nachlassverwalter. Scherenschnittartige Zeichnung von Petra Pettmann. Fotos: Petra Pettmann

Dabei tauchen die Teilnehmer gemeinsam ein in die Zeit um 1826 bis 1829, in der der deutsche Dichter und Schriftsteller Johann Peter Eckermann, der als Goethes Vertrauter die berühmten „Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“ verfasste, des Öfteren bei seiner Verlobten Johanna Bertram in Bleckede am Marschdeich verweilte. Er unternahm mit ihr gemeinsam so manchen Spaziergang entlang der Elbtalauen. Und in Goethes Auftrag reisten beide bis Stade und Hamburg, um Erkundungen einzuholen. Worüber – das erfahren Sie beim philosophischen Spaziergang…

Der Philosophische Spaziergang wurde von Geschichtswissenschaftlerin Petra Pettmann M.A. konzipiert und wird von ihr persönlich durchgeführt. Sie ist zudem zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin für das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Weshalb es nicht nur um „Eckermann im 19. Jahrhundert“ geht, sondern auch um das Biosphärenreservat Schutzgebiet C direkt: um die herrliche Elbtalaue mit ihrer artenreichen Vogelwelt, den Weichholzauen, Qualmwassern, Tümpeln, Amphibien und um die besondere Pflanzenwelt, die sich uns am „Eckermann-Weg“ in Bleckede an der Elbe bietet.

Je nach Wetterlage empfiehlt es sich Sitzkissen, oder eine Decke mitzunehmen, damit Sie ganz entspannt den Geschichten von Eckermann als Vogelfreund und vom tragischen Leben rund um „Johann & Johanna“ lauschen können. Denn diese verbrachten im Bann des Dichterfürsten Johann Wolfgang Goethes ihre besten Jahre getrennt voneinander. Eckermann in Weimar, Johanna Bertram in Bleckede. Der Spaziergang führt auch zum damaligen Aufenthaltsort Johannas bei ihrem Bruder, dem Wasserbau-Ingenieur Christian Bertram. In diesem Haus lebt Petra Pettmann heute. Zufall? Es gibt keine Zufälle. Wenn die alten Holzdielen Geschichten erzählen könnten, was würden sie uns vom Leben Johannas erzählen? Und die alte Linde vorm Haus? Auch sie war schon an die 100 Jahre alt, als Johann Peter Eckermann seine Verlobte in Bleckede besuchte.

Das Bleckeder Schloss (li) und das Haus am Marschdeich (re) – Johanna Bertrams Aufenthaltsort in Bleckede von 1825 bis 1829 und mein heutiger Wohnort. Foto: Petra Pettmann

So manche Briefe gingen von Bleckede nach Weimar und umgekehrt. Sie erfahren Interessantes über die Zeitgeschichte und lernen Bleckede aus einem anderen Blickwinkel kennen. Zitate, Gedichte und Briefe werden uns auf der Tour begleiten. Der philosophische Austausch ist ausdrücklich erwünscht.

Und wer mag, darf dichten!

Ebenso erzähle ich Ihnen, wie Eckermann in Weimar gelebt hat, zitiere aus den „Gesprächen“ und aus Briefen, in denen es um „Eckermann“ geht. Meine Recherche-Tour in Weimar hat mich zudem zu den Lebensorten Eckermanns und Goethes geführt. Auch hierüber wollen wir sprechen.

Doch die Tragödie um Johann & Johanna nahm ihren Lauf. Ein Besuch auf dem Weimarer Friedhof stimmt nachdenklich. Was wäre wenn…

Auch kundige Goethe-Fans erfahren Neues, denn Journalistin, Archäologin und Anthropologin Petra Pettmann M.A. erzählt auch Anekdoten aus ihrer eigenen Ahnengeschichte, die eng mit Goethes Großmutter väterlicherseits verbunden war. Großmutter Cornelia Goethes ältere und einzige Schwester Anna Sybilla heiratete in die Frankfurter Pettmann-Dynastie ein, deren Mitglieder über mehrere Jahrhunderte als Bierbrauermeister, Mühlen- und Landguteigentümer als auch angesehene Bürger der Freien Reichsstadt Frankfurt ein gutes Leben führten. Im Affensteiner Feld, westlich der Eschersheimer Landstraße, hatte schon im Geburtsjahr Johann Caspar Goethes 1710 der Bierbrauer Andreas Pettmann der Jüngere (1681 -1734) einen Glauburgischen Hof gekauft, der am Ende des Jahrhunderts durch Familienbande in den Besitz von Bethmann-Metzler überging. Die Familie des Dichterfürsten hatte das Nachbar-Gartengrundstück im Affensteiner Feld, von dem Goethe oft berichtete, weil er von seinem Vater Johann Caspar Goethe zur Gartenarbeit und Raupenzucht angeleitet wurde und später in Weimar selbst zu einem großen Gartengestalter und Pflanzenliebhaber wurde. Dies nur als kleiner Vorgeschmack. Freuen Sie sich auf die Zeitreise.

Das Ticket für den über das Biosphärium angebotenen „Philosophischen Spaziergang“ schließt den Eintritt in das Biosphaerium mit Biberbau, Aquarienlandschaft und neuem Biosphärenraum am Veranstaltungstag mit ein. Der philosophische Spaziergang dauert etwa zwei Stunden. Erwachsene zahlen 10,00 €. Anmeldung unter http://www.bisophaerium.de, Fon: 05852-9514-14

Text & Bilder: Petra Pettmann M.A.

Weitere Angebote von EAT HISTORY direkt:

Der Philosophische Spaziergang kann für Gruppen und Einzelpersonen direkt über EAT HISTORY gebucht werden. Anfragen bitte an Petra Petttmann, info@eat-history.de